Ernährung in der Stillzeit

Ein wichtiger Aufgabenkreis des Programms „Richtig essen von Anfang an!“ ist die Stillförderung. Richtet sich doch unser Interesse darauf, die Gesundheit von schwangeren Frauen, stillenden Müttern und deren Babys zu optimieren. In diesem Bereich der Homepage, der sich an Stillexpert/inn/en, Berater/innen und alle Professionist/inn/en richtet, die sich mit dem Stillen befassen, möchten wir zum einen auf Maßnahmen aufmerksam machen, die erwiesenermaßen das Stillen fördern (Bedarfsanalysen); zum anderen soll eine Diskussionsplattform geschaffen werden, die den Dialog mit Ihnen ermöglicht, um Lösungsansätze zur Verbesserung der Gesundheitssituation der Zielgruppe gemeinsam zu finden. Zusätzlich möchten wir zu einem Informations- und Wissensaustausch anregen und stellen unsererseits erarbeitete Ergebnisse des Programms transparent zur Verfügung (z. B. Basisliteraturbericht). Einen Auszug verschiedener Facts finden Sie im Anschluss.

Wir möchten Aktivitäten im Gesundheitssystem, der Gesundheitsprofessionist/inn/en und den Lebensräumen der Zielgruppe selbst bekanntmachen, um stillende Mütter und deren Familien in ihrem Stillvorhaben zu unterstützen. All diese Bemühungen sollen im Einklang mit der Innocenti Deklaration, mit der WHO/UNICEF Global Strategy for Infant and Young Child Feeding, den Infant and young child feeding - standard recommendations for the European Union und dem EU blueprint for action stattfinden.

Themenübersicht

Energie-, Vitamin- und Mineralstoffbedarf der stillenden Mutter

Vor allem während der Schwangerschaft und Stillzeit ist eine Ernährung mit großer Lebensmittelvielfalt wichtig, um die Versorgung mit Energie und Nährstoffen für das Wachstum und die Entwicklung des Babys zu gewährleisten und um einer mütterlichen Unterversorgung vorzubeugen. Denn stärker als der Energiebedarf erhöht sich während der Zeit der Schwangerschaft und vor allem während der Stillzeit der Bedarf an vielen Vitaminen und Mineralstoffen.

Die richtige Auswahl an Lebensmitteln mit einem hohen Anteil an Vitaminen, Mineralstoffen und sonstigen Schutzstoffen und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind daher von wesentlicher Bedeutung.

Energiebedarf

Während dem ausschließlichen Stillen bis 6 Monate wird von Fachgesellschaften ein Richtwert für die zusätzliche Energiezufuhr in der Höhe von 500 kcal/Tag (2,1 MJ/d) im Vergleich zu vor der Schwangerschaft angegeben. Für teilweises Stillen kann die Höhe des Mehrbedarfs an Energie nicht angegeben werden, da der Energieverbrauch, abhängig von der Intensität und Dauer des Stillens, variabel ist.

Stillende Mehrbedarf an Energie

 

Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen

Des Weiteren erhöht sich bei stillenden im Vergleich zu nicht stillenden Frauen der Bedarf an den Vitaminen der B-Gruppe (Vitamin B1, B2, B6, B12, Folat, Niacin) und an den antioxidativen Vitaminen A, C, E sowie an den Mineralstoffen Eisen, Zink, Jod, Phosphor, Magnesium und Selen.

Unterschiede im täglichen Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen zwischen schwangeren, stillenden und nicht schwangeren/stillenden Frauen im Alter von 19 bis <25 und 25 bis <51 Jahren finden Sie in der folgenden Tabelle:

Stillende Mehrbedarf an Mikronährstoffen
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Facts zum Thema Stillen

Stillsituation in Österreich

Eine repräsentative Befragung zur Stillsituation in Österreich ergab, dass insgesamt 93 % der befragten Mütter ihr Kind stillten.

Studie zum Thema Stillen und dem Ernährungsverhalten von Säuglingen (1,27 MB)

Der vorliegende Bericht "Säuglingsernährung heute 2006" beinhaltet Informationen zum Thema Stillen und Ernährungsverhalten von Säuglingen in Österreich. Die vom Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend in Auftrag gegebene Studie beinhaltet einerseits Erkenntnisse über die Rahmenbedingungen für das Stillen in den Geburtskliniken und andererseits genaue Informationen über die Ernährung von Säuglingen im ersten Lebensjahr. 700 Mütter, repräsentativ für ganz Österreich, wurden nach der Geburt zur Mitwirkung an der Studie gewonnen und 3, 6 und 12 Monate nach der Geburt telefonisch zur Ernährung ihres Kindes befragt.

Drei Monate teil- bzw. vollgestillt hatten 72 % der befragten Mütter. 55 % der Mütter stillten ihr Kind sechs Monate, davon 10 % voll und 45 % zum Teil.

 

Vorteile des Stillens

Muttermilch ist die optimale Ernährung für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten. Sie enthält alle Nährstoffe in der richtigen Menge und Zusammensetzung und passt sich den Bedürfnissen des Säuglings während der Entwicklung an. Muttermilch ist zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar und hat immer die richtige Temperatur. Stillen bietet sowohl für die Mutter als auch für den Säugling viele Vorteile. Unter anderem fördert es die Entwicklung einer guten Mutter-Kind-Beziehung. Auch auf die Gesundheit von Mutter und Kind wirkt sich das Stillen positiv aus. In Studien konnte beispielsweise gezeigt werden, dass gestillte Säuglinge seltener Infektionen wie Magen-Darm-Infektionen oder Infektionen der Atemwege bekommen und ein vermindertes Risiko für plötzlichen Kindstod (SIDS) haben. Ehemals gestillte Kinder werden auch seltener adipös und entwickeln seltener Allergien. Bei Müttern hilft das Stillen unter anderem bei der Rückbildung der Gebärmutter. Außerdem wird in der wissenschaftlichen Literatur von einem geringeren Risiko für manche Krebserkrankungen (z. B. Brustkrebs) berichtet.

 

Stillen und Genussmittel

Alkohol, Koffein und Nikotin gehen in die Muttermilch über und können nachteilige Effekte auf die Produktion, das Volumen und die Zusammensetzung der Muttermilch sowie direkte nachteilige Effekte auf den Säugling haben. Der mütterliche Alkoholkonsum kann sich Studien zufolge beispielsweise auf das Schlafverhalten und die Grobmotorik des Säuglings auswirken und zudem die frühe Gewöhnung an Alkohol fördern.

Während der Stillzeit sollte daher auf Alkohol verzichtet werden.

Koffeinhaltige Getränke sind in Maßen erlaubt. Bis zu 2 – 3 Tassen Kaffee oder 4 Tassen schwarzer/grüner Tee pro Tag werden im Allgemeinen gut vertragen. Einige Säuglinge reagieren aber sensibler als andere. Daher sollte auf die Reaktion des Säuglings geachtet werden. Wenn bei Säuglingen nach der mütterlichen Koffeinzufuhr eine anregende Wirkung festgestellt wird bzw. der Säugling unruhig reagiert, sollte die Koffeinmenge reduziert werden.

Auf das Rauchen sollte in der Stillzeit völlig verzichtet werden. Nikotin und Zigarettenrauch stellen eine Gefahr für den Säugling dar – sowohl über die Muttermilch als auch über die Atemluft.

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Weitere Informationen zum Thema Stillen finden Sie in folgenden Dokumenten:

Studie zum Thema Stillen und dem Ernährungsverhalten von Säuglingen (1,27 MB)

Der vorliegende Bericht "Säuglingsernährung heute 2006" beinhaltet Informationen zum Thema Stillen und Ernährungsverhalten von Säuglingen in Österreich. Die vom Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend in Auftrag gegebene Studie beinhaltet einerseits Erkenntnisse über die Rahmenbedingungen für das Stillen in den Geburtskliniken und andererseits genaue Informationen über die Ernährung von Säuglingen im ersten Lebensjahr. 700 Mütter, repräsentativ für ganz Österreich, wurden nach der Geburt zur Mitwirkung an der Studie gewonnen und 3, 6 und 12 Monate nach der Geburt telefonisch zur Ernährung ihres Kindes befragt.

Broschüre "Stillen - ein guter Beginn" - Information für Mütter und Väter (5,83 MB)

Diese Broschüre soll Frauen, die stillen wollen oder in ihrer Entscheidung noch unsicher sind, in ihrem Entschluss bestärken, dass Stillen der richtige Weg ist. Mit diesem Ratgeber sollen erste Hilfestellungen bei auftretenden Unklarheiten sowie wichtige Informationen über das Stillen geboten werden. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an eine Still- und Laktationsberaterin, Ihre Hebamme, Ihre Ärztin/Ihren Arzt, eine Mutterberatung oder an eine der in der Broschüre angeführten Kontaktadressen.

Hinweis: auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit (http://www.bmg.gv.at) ist die Broschüre ebenfalls in den Sprachen Kroatisch und Türkisch (als Download) verfügbar.

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Workshops "Ernährung in der Schwangerschaft, Stillzeit und im Beikostalter"

Um eine optimale Entwicklung des Kindes zu gewährleisten, ist eine ausgewogene Ernährung während der Schwangerschaft, Stillzeit sowie im Säuglingsalter wichtig. Unterstützung hierzu erhalten (werdende) Eltern in den kostenlosen Workshops "Ernährung in der Schwangerschaft, Stillzeit und im Beikostalter", welche in ganz Österreich angeboten werden. Nähere Informationen und aktuelle Termine finden Sie hier.

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Zuletzt aktualisiert: Juni 2015